Manfred Manglitz wird 75

Er war einer der besten deutschen Torhüter seiner Zeit, er schoss als erster Keeper ein Bundesliga-Tor, er legte sich mit dem Establishment an - und er spielte im Bestechungsskandal eine Schlüsselrolle: Manfred Manglitz gehörte in der Gründerzeit der Fußball-Bundesliga zu den schillerndsten Persönlichkeiten des Oberhauses. Am Sonntag feiert der vor Jahrzehnten nach Spanien ausgewanderte Kölner an der Costa Blanca seinen 75. Geburtstag.

Beim Blick zurück ist Manglitz, der vor seinem Ruhestand im Urlaubsort Villajoyosa sein Glück als Betreiber eines Restaurants und einer Gebäudereinigungsfirma machte, trotz so manchen Schattens auf seiner Laufbahn mit sich im Reinen. "Ich kann in den Spiegel schauen", meinte der Jubilar schon vor Jahren in einem Interview einmal, "und ich bin glücklich mit meiner Karriere."

Diese Karriere war in den 60er und 70er Jahren mehr als von der Vizemeisterschaft im ersten Bundesliga-Jahr 1963/64 mit dem Meidericher SV und der Teilnahme an der WM-Endrunde 1970 in Mexiko als dritter Torhüter durch zwei Ereignisse geprägt: 1967 erzielte "Cassius", wie Manglitz wegen seiner forschen Ausdrucksweise in Anlehnung das US-Boxidol Cassius Clay alias Muhammad Ali auch genannt wurde, als erster Schlussmann in der deutschen Eliteklasse ein Tor und war vier Jahre später maßgeblich in den Bundesliga-Skandal um verschobene Spiele im Abstiegskampf verwickelt.

Die sportlich nachhaltigste Erinnerung an das Original, das wie Petar Radenkovic schon vor den Glanzzeiten eines Sepp Maier das Bild vom "irgendwie anderen Torhüter" prägte, hat erst kürzlich Marvin Hitz vom FC Augsburg durch seinen Torwart-Treffer gegen Bayer Leverkusen aufgefrischt. Manglitz denkt auf seine eigene Art an die historische Situation gut 48 Jahre zuvor beim 1:3 seines MSV gegen Borussia Mönchengladbach: "Wir lagen klar zurück. Zehn Minuten vor dem Ende bekamen wir einen Elfmeter, und alle riefen 'Cassius', weil sie an diesem Tag sowieso nicht viel zu lachen hatten. Also bin ich Verrückter hin und habe den Elfer versenkt."

Manglitz über "die größte Enttäuschung meines Lebens"

Abgetaucht wäre Manglitz am liebsten 1971, nachdem der Skandal um Spielmanipulationen aufgeflogen war. Auf den Tonbändern von eindeutigen Telefonaten mit Spielern, die der Obst-Kaufmann Horst-Gregorio Canellas auf seiner legendären Geburtstagsfeier nach dem Abstieg seiner Offenbacher Kickers abspielte, war auch der inzwischen zum 1. FC Köln gewechselte Manglitz ("Für einen Kölner gibt es nur den FC") zu hören.

"Das war die größte Enttäuschung meines Lebens. Das war eine unglaubliche Falschheit", sagte Manglitz vor einiger Zeit noch einmal über die Enthüllungen und beklagte besonders die damaligen Unschuldsbeteuerungen des OFC-Bosses: "Er war genauso beteiligt und nicht nur alle anderen bösen Buben. Aber vielleicht sind Bananenhändler so und waschen ihre Hände immer in Unschuld."

Zwar wurde seine lebenslange Sperre später verkürzt und damit noch einmal ein Comeback beim damaligen Zweitligisten 1. FC Mülheim-Styrum möglich, doch faktisch war seine Karriere im Profi-Fußball gelaufen.

[sid]

Er war einer der besten deutschen Torhüter seiner Zeit, er schoss als erster Keeper ein Bundesliga-Tor, er legte sich mit dem Establishment an - und er spielte im Bestechungsskandal eine Schlüsselrolle: Manfred Manglitz gehörte in der Gründerzeit der Fußball-Bundesliga zu den schillerndsten Persönlichkeiten des Oberhauses. Am Sonntag feiert der vor Jahrzehnten nach Spanien ausgewanderte Kölner an der Costa Blanca seinen 75. Geburtstag.

Beim Blick zurück ist Manglitz, der vor seinem Ruhestand im Urlaubsort Villajoyosa sein Glück als Betreiber eines Restaurants und einer Gebäudereinigungsfirma machte, trotz so manchen Schattens auf seiner Laufbahn mit sich im Reinen. "Ich kann in den Spiegel schauen", meinte der Jubilar schon vor Jahren in einem Interview einmal, "und ich bin glücklich mit meiner Karriere."

Diese Karriere war in den 60er und 70er Jahren mehr als von der Vizemeisterschaft im ersten Bundesliga-Jahr 1963/64 mit dem Meidericher SV und der Teilnahme an der WM-Endrunde 1970 in Mexiko als dritter Torhüter durch zwei Ereignisse geprägt: 1967 erzielte "Cassius", wie Manglitz wegen seiner forschen Ausdrucksweise in Anlehnung das US-Boxidol Cassius Clay alias Muhammad Ali auch genannt wurde, als erster Schlussmann in der deutschen Eliteklasse ein Tor und war vier Jahre später maßgeblich in den Bundesliga-Skandal um verschobene Spiele im Abstiegskampf verwickelt.

Die sportlich nachhaltigste Erinnerung an das Original, das wie Petar Radenkovic schon vor den Glanzzeiten eines Sepp Maier das Bild vom "irgendwie anderen Torhüter" prägte, hat erst kürzlich Marvin Hitz vom FC Augsburg durch seinen Torwart-Treffer gegen Bayer Leverkusen aufgefrischt. Manglitz denkt auf seine eigene Art an die historische Situation gut 48 Jahre zuvor beim 1:3 seines MSV gegen Borussia Mönchengladbach: "Wir lagen klar zurück. Zehn Minuten vor dem Ende bekamen wir einen Elfmeter, und alle riefen 'Cassius', weil sie an diesem Tag sowieso nicht viel zu lachen hatten. Also bin ich Verrückter hin und habe den Elfer versenkt."

Manglitz über "die größte Enttäuschung meines Lebens"

Abgetaucht wäre Manglitz am liebsten 1971, nachdem der Skandal um Spielmanipulationen aufgeflogen war. Auf den Tonbändern von eindeutigen Telefonaten mit Spielern, die der Obst-Kaufmann Horst-Gregorio Canellas auf seiner legendären Geburtstagsfeier nach dem Abstieg seiner Offenbacher Kickers abspielte, war auch der inzwischen zum 1. FC Köln gewechselte Manglitz ("Für einen Kölner gibt es nur den FC") zu hören.

"Das war die größte Enttäuschung meines Lebens. Das war eine unglaubliche Falschheit", sagte Manglitz vor einiger Zeit noch einmal über die Enthüllungen und beklagte besonders die damaligen Unschuldsbeteuerungen des OFC-Bosses: "Er war genauso beteiligt und nicht nur alle anderen bösen Buben. Aber vielleicht sind Bananenhändler so und waschen ihre Hände immer in Unschuld."

Zwar wurde seine lebenslange Sperre später verkürzt und damit noch einmal ein Comeback beim damaligen Zweitligisten 1. FC Mülheim-Styrum möglich, doch faktisch war seine Karriere im Profi-Fußball gelaufen.