Jörg Heinrich: "Bayern ganz sicher weiter"

Jörg Heinrich verleiht seiner Stimme Nachdruck, die Intonation seiner Antwort lässt keinen Zweifel zu. „Ja!“ sagt er im Gespräch mit DFB.de, die Fiorentina des Jahrgangs 1998/1999 hätte gegen den FC Bayern der aktuellen Spielzeit bestehen können. „Dieses Duell wäre sicher interessant gewesen“, sagt er, „das wäre für die Bayern kein Selbstläufer geworden.“

Konjunktiv. In der Realität sieht er für die Achtelfinalspiele der Champions League des FC Bayern München gegen den AC Florenz am Mittwoch (ab 20.45 Uhr, live bei Sat.1 und Sky) einen eindeutigen Favoriten. „Ich sehe die Bayern ganz sicher weiter“, sagt er, „die Mannschaft ist im Moment für Florenz zu stark.“

Vor zwölf Jahren: Weltstars in Florenz

Vor zwölf Jahren war das noch anders. Auch dank Heinrich. Damals spielte der Linksverteidiger an der Seite von Gabriel Batistuta, Rui Costa und Edmundo in der wohl hochkarätigsten Fiorentina aller Zeiten. Die Mannschaft von Trainer Giovanni Trapattoni war gespickt mit Stars, 15 Nationalspieler aus zehn Ländern bewarben sich um einen Platz in der Startformation. Einer von ihnen war Heinrich.

Mit Borussia Dortmund hatte der Rathenower zuvor alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. 1996 wurde er Deutscher Meister, es folgte das legendäre Jahr 1997, als Dortmund Champions League und Weltpokal für sich entschied. „Ich hatte eine schöne Zeit in Dortmund“, sagt Heinrich. Dennoch spürte er, dass für ihn die Zeit gekommen war, eine neue Herausforderung zu suchen.

Für 25 Millionen Mark nach Italien

Schon lange reizte ihn das Abenteuer im Ausland. Heinrich musste deswegen nicht lange überlegen, als sich Trainer Trapattoni meldete und um seine Gunst buhlte. Auf Einladung des Vereins weilte er in die Sommerpause vor der Saison 1998/1999 einige Tage in Florenz, ihm gefiel das Flair der Stadt, auch das Klima war eine Verbesserung gegenüber Dortmund. Bei Lothar Matthäus holte er letzten Rat, dann war die Entscheidung für den Schritt ins Ausland gefallen, für 25 Millionen Mark wechselte Heinrich den Arbeitgeber.

„Der Anfang war nicht leicht“, erinnert sich Heinrich. Neues Land, neue Kultur, neue Menschen, neue Sprache. „Natürlich war vieles anders als in Deutschland“, sagt er, „allerdings war es ja genau das, was ich gesucht habe.“ Der 37-malige Nationalspieler sah in der Umstellung weniger Hemmnis als Herausforderung. Ihn reizte die Kultur, möglichst schnell wollte er die Sprache erlernen.



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Jörg Heinrich verleiht seiner Stimme Nachdruck, die Intonation seiner Antwort lässt keinen Zweifel zu. „Ja!“ sagt er im Gespräch mit DFB.de, die Fiorentina des Jahrgangs 1998/1999 hätte gegen den FC Bayern der aktuellen Spielzeit bestehen können. „Dieses Duell wäre sicher interessant gewesen“, sagt er, „das wäre für die Bayern kein Selbstläufer geworden.“

Konjunktiv. In der Realität sieht er für die Achtelfinalspiele der Champions League des FC Bayern München gegen den AC Florenz am Mittwoch (ab 20.45 Uhr, live bei Sat.1 und Sky) einen eindeutigen Favoriten. „Ich sehe die Bayern ganz sicher weiter“, sagt er, „die Mannschaft ist im Moment für Florenz zu stark.“

Vor zwölf Jahren: Weltstars in Florenz

Vor zwölf Jahren war das noch anders. Auch dank Heinrich. Damals spielte der Linksverteidiger an der Seite von Gabriel Batistuta, Rui Costa und Edmundo in der wohl hochkarätigsten Fiorentina aller Zeiten. Die Mannschaft von Trainer Giovanni Trapattoni war gespickt mit Stars, 15 Nationalspieler aus zehn Ländern bewarben sich um einen Platz in der Startformation. Einer von ihnen war Heinrich.

Mit Borussia Dortmund hatte der Rathenower zuvor alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. 1996 wurde er Deutscher Meister, es folgte das legendäre Jahr 1997, als Dortmund Champions League und Weltpokal für sich entschied. „Ich hatte eine schöne Zeit in Dortmund“, sagt Heinrich. Dennoch spürte er, dass für ihn die Zeit gekommen war, eine neue Herausforderung zu suchen.

Für 25 Millionen Mark nach Italien

Schon lange reizte ihn das Abenteuer im Ausland. Heinrich musste deswegen nicht lange überlegen, als sich Trainer Trapattoni meldete und um seine Gunst buhlte. Auf Einladung des Vereins weilte er in die Sommerpause vor der Saison 1998/1999 einige Tage in Florenz, ihm gefiel das Flair der Stadt, auch das Klima war eine Verbesserung gegenüber Dortmund. Bei Lothar Matthäus holte er letzten Rat, dann war die Entscheidung für den Schritt ins Ausland gefallen, für 25 Millionen Mark wechselte Heinrich den Arbeitgeber.

„Der Anfang war nicht leicht“, erinnert sich Heinrich. Neues Land, neue Kultur, neue Menschen, neue Sprache. „Natürlich war vieles anders als in Deutschland“, sagt er, „allerdings war es ja genau das, was ich gesucht habe.“ Der 37-malige Nationalspieler sah in der Umstellung weniger Hemmnis als Herausforderung. Ihn reizte die Kultur, möglichst schnell wollte er die Sprache erlernen.

„Es hat mich sehr gestört, dass ich meine Mitspieler nicht verstanden habe“, erzählt er. Also nahm er Sprachunterricht, jeden Tag lief die Kommunikation ein wenig besser, bis Heinrich schließlich fließend in der Landesprache parlieren konnte.

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"Es lief einfach fantastisch"

Auch sportlich lief es. Für Heinrich - und für den AC Florenz. Zu Hause war das Team eine Macht, neun Spiele, neun Siege, so las sich die Bilanz nach Heinrichs ersten sechs Monaten in Italien. „Es lief einfach fantastisch“, erzählt Heinrich, „mit den Fans im Rücken war es für jeden Gegner schwer, sich gegen uns zu behaupten.“

Auch in der Fremde agierte Florenz erfolgreich, so stand nach 17 Spieltagen Platz eins für Florenz und wuchs im Umfeld die Euphorie. Fans und Verantwortliche träumten vom ersten Scudetto seit 30 Jahren, die Region lechzte nach neuen Titeln.

Der Traum platzte - auch für Heinrich

Der Traum platzte, auch für Heinrich. Rang drei wurde es am Ende, aller Ehren wert - eine kleine Enttäuschung dennoch. Noch heute ärgert sich Heinrich darüber, dass die Mannschaft in der Rückrunde ihre Konstanz verlor. Gabriel Batistuta verletzte sich, andere Probleme waren hausgemacht.

Der Brasilianer Edmundo etwa hatte sich in seinem Vertrag das Recht einräumen lassen, Karneval in Rio feiern zu dürfen. „Wir haben deswegen wochenlang ohne richtigen Sturm gespielt“, erzählt Heinrich. Meister kann eine Mannschaft auf diese Weise nicht werden, auch in Italien nicht.

Noch eine Spielzeit blieb der Deutsche in Florenz, dann zog es ihn zurück in die Heimat, wo er in Dortmund, Köln und Berlin seine Karriere ausklingen ließ.

Erfolgreich in der Landesliga

Heute lebt Heinrich in seiner Heimat Brandenburg in Rathenow, betreibt dort ein Sportgeschäft. Beim BSC Rathenow 94 spielt der 40-Jährige für die erste Mannschaft, äußerst erfolgreich sogar. Nach dem Aufstieg in der vergangenen Saison führt Rathenow die Tabelle der Landesliga Nord souverän an, ein weiterer Aufstieg scheint nicht ausgeschlossen, auch wenn sich der Ehrgeiz von Heinrich in Grenzen hält.

„Für mich ist das die beste Art, ein wenig fit zu bleiben“, beschreibt er seine sportlichen Aktivitäten, „außerdem macht es mit den Jungs großen Spaß.“