DFB-Pokal
Bielefelds Young vor Bremen-Duell: "Alles reinhauen, was in uns steckt"

Als erster Klub aus der eingleisigen 3. Liga erreichte Arminia Bielefeld in der Saison 2014/2015 das DFB-Pokalhalbfinale (0:4 gegen den späteren Titelträger VfL Wolfsburg). Dieses Kunststück könnte der DSC am heutigen Dienstag (ab 20.45 Uhr, live im ZDF und bei Sky) mit einem Sieg gegen den SV Werder Bremen wiederholen. Im DFB.de-Interview spricht Arminia-Angreifer Isaiah Young (26) über das Duell mit seinem Ex-Klub.
DFB.de: Der SV Werder Bremen war als U 19- und U 23-Spieler nach Ihrem Wechsel aus den USA Ihre erste Station in Deutschland. Hätten Sie jemals gedacht, eines Tages den Profis des Bundesligisten im Viertelfinale des DFB-Pokals gegenüberzustehen, Herr Young?
Isaiah Young: Ich hatte eine gute Zeit in Bremen, es war mein erster Verein in Deutschland. Ich bin durch die Erfahrung dort nicht nur zum Profi, sondern auch erwachsen geworden. Dass wir jetzt in einem so wichtigen Spiel aufeinandertreffen, freut mich natürlich sehr.
DFB.de: Wie schwer war Ihnen der Schritt nach Europa gefallen und was waren nach Ihrer Ankunft die größten Herausforderungen?
Young: Für mich war es immer ein Traum, einmal in Europa Fußball zu spielen und Profi zu werden. Bei Werder Bremen habe ich eine große Chance bekommen, das zu realisieren. Zu Beginn ist es als junger Spieler ein Kulturschock. Ich war noch nie so lange von zu Hause weg. Auch die Sprache war natürlich ein Problem. Aber nach wenigen Wochen habe ich Jonah Osabutey kennengelernt, der zur gleichen Zeit nach Bremen gekommen war. Er ist noch heute ein enger Freund von mir. Wir haben zusammen schnell Anschluss gefunden und uns durchgesetzt.
DFB.de: Welche Eindrücke und Erfahrungen haben Sie aus Ihrer Zeit in Bremen mitgenommen?
Young: Viele. Das Training, die Infrastruktur, die Kollegen. Alles war ein wenig anders als noch in Amerika. Das hat mich beeindruckt und es hat mir sehr auf meinem weiteren Weg geholfen.
DFB.de: Was hat gefehlt, um bei Werder den Sprung in die Profikader zu schaffen?
Young: Das ist immer schwer zu sagen. Der Sprung aus der U 19 in den Herrenbereich und in die 3. Liga ist mir damals gelungen. Auch mit den Profis habe ich schon trainiert und gespielt. Oft sind es dann Kleinigkeiten, die über den weiteren Weg entscheiden. Mir hat die Effektivität im letzten Drittel gefehlt, vor allem das Toreschießen. Ich glaube schon, dass ich die Qualität gehabt hätte. Aber manchmal trennen sich die Wege.
DFB.de: Gibt es auch jetzt noch Kontakt zu ehemaligen Weggefährten?
Young: Ja, ich habe noch regelmäßigen Kontakt zu Athletik-Trainer Marcel Abanoz. Wir telefonieren immer mal wieder, seitdem ich aus Bremen weg bin. Er gibt mir immer positives Feedback und verfolgt meinen Werdegang.
DFB.de: Nachdem Ihr Vertrag beim Ligakonkurrenten Rot-Weiss Essen nach fast vier Jahren im Sommer endete, waren Sie bis zu Ihrem Wechsel nach Bielefeld Ende August zunächst vereinslos. Wie haben Sie die Zeit verbracht und sich fitgehalten?
Young: Ich war eine Zeit lang in Amerika bei meiner Familie und habe mich individuell und mit einem Personal-Trainer fit gehalten. Das hat sehr gut funktioniert und ich konnte in Bielefeld schnell in das Training integriert werden.
DFB.de: Was hatte Sie von der Anfrage der Arminia überzeugt?
Young: Das Gesamtpaket hat mir gefallen. Ich hatte sehr gute Gespräche mit unserem Trainer Mitch Kniat und unserem Geschäftsführer Michael Mutzel. Beide haben mir ihre Planungen mit mir und der Mannschaft aufgezeigt. Das hat mich überzeugt. Es hat sich für mich richtig angefühlt.
DFB.de: Wie fällt Ihr persönliches Zwischenfazit nach dem ersten halben Jahr in Bielefeld aus?
Young: Sehr gut. Ich bin ein sehr ehrgeiziger Spieler, der immer das Beste aus sich herausholen will. Bisher war ich bei fast allen Spielen dabei, habe die meisten von Beginn an bestritten. Das freut mich natürlich sehr. Ich versuche, das Vertrauen immer wieder zurückzuzahlen.
DFB.de: Was nehmen Sie sich für den weiteren Saisonverlauf vor?
Young: Genau das gleiche. Ich will jeden Tag mein Bestes geben, um der Mannschaft maximal zu helfen. Das ist mein oberstes Ziel.
DFB.de: Schon mit dem damaligen West-Regionalligisten Rot-Weiss Essen hatten Sie in der Saison 2020/2021 sensationell das Viertelfinale im DFB-Pokal erreicht. Was macht den Wettbewerb für Sie aus?
Young: Der Pokal ist einfach etwas Besonderes. Die Stimmung in der Stadt, im Stadion, im Umfeld: Alle freuen sich extrem auf so ein Spiel und das pusht einen noch einmal mehr. Damals sind wir gegen Holstein Kiel rausgeflogen, haben aber vorher Fortuna Düsseldorf und Bayer 04 Leverkusen besiegt. In dieser Saison haben wir gegen Hannover 96, Union Berlin und den SC Freiburg gewonnen. Als Sportler will man sich immer mit den Besten messen. Und im DFB-Pokal trifft man oft auf noch höher spielende Teams. Man ist immer der Außenseiter und kann noch befreiter aufspielen. Das macht diese Abende zu ganz besonderen Momenten.
DFB.de: Wie war es möglich, auch mit Arminia Bielefeld so weit zu kommen?
Young: Es hat immer alles gepasst - in jedem Spiel. Wir sind als Mannschaft eine unfassbare Einheit, glauben immer an uns und an den Matchplan, den unser Trainerteam uns mitgibt. In solchen Spielen entscheiden oft auch Kleinigkeiten und man braucht das nötige Glück in den richtigen Momenten. Mit unseren Fans im Rücken entwickelt sich eine unglaubliche Energie. Das waren die Schlüssel zum Erfolg.
DFB.de: Sie haben es schon angesprochen: Mit dem 1. FC Union Berlin und dem SC Freiburg konnte sich Ihr Team bereits gegen zwei Bundesligisten durchsetzen. Wie sehr verändert sich dadurch die Ausgangslage für das Duell mit Werder Bremen?
Young: Nicht wesentlich. Werder Bremen ist als Erstligist der klare Favorit, das war in den vorherigen Runden auch schon so. Sie bringen Qualität mit. Wir müssen das Spiel genauso angehen, wie in den Runden davor. Wenn wir an uns glauben, ist auf dem Platz alles möglich.
DFB.de: Worauf wird es im Viertelfinale ankommen, um möglichst für die nächste Sensation zu sorgen?
Young: Wir dürfen nicht nervös werden, müssen selbstbewusst ins Spiel gehen und alles reinhauen, was in uns steckt. Wir wissen, dass wir uns auf unsere Fans verlassen können. Dann werden wir sehen, wofür es am Ende reicht.
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Kategorien: DFB-Pokal, 3. Liga
Autor: mspw

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